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Foto: Meyer Originals

Meriam Bousselmi

Juristin, Autorin und Regisseurin aus Tunesien

www.meriambousselmi.com

Meriam Bousselmi wurde 1983 in Tunis, der Hauptstadt Tunesiens, geboren. Von 2002 bis 2007 studierte sie dort Regie und Dramaturgie am Centre Arabo-Africain de Formation et de Recherches Théâtrales und machte 2010 ihren Abschluss in Rechtswissenschaft.

Drei Jahre zuvor war sie bereits nicht nur mit dem Theaterpreis der Organisation Ressources culturelles für das Stück »Zapping sous contrôle« (Ü: Zappen unter Kontrolle) ausgezeichnet worden, sondern hatte auch den Literaturpreis des Arab Fund for Arts and Culture für ihr Buch »Brouillon de vie« (2007; Ü: Entwurf des Lebens) erhalten. Rezensenten bezeichneten das Werk als jung und frisch, absurd und bewusst verrückt. Genres überschreitend und Tabuthemen wie Jungfräulichkeit anpackend, zeichnet Bousselmi ein kritisches Bild unserer Gegenwart, in der Menschen in der Flut an Informationen, die von allen Seiten auf sie einprasseln, ironischerweise selbst sprachlich zu verarmen drohen. 2011 wurde ihr Stück »Mémoire en retraite« (dt. »Gedächtnis im Ruhestand«) beim vierten Arabischen Theaterfestival mit dem Sheikh Sultan Bin Mohammed Al Qasimi Award als beste arabische Theaterperformance gewürdigt. Der darin verhandelte Konflikt zwischen einem Sohn und seinem Vater, die ungewollt voneinander abhängig sind, steht für den Kampf zwischen den alten, korrupten Eliten und der Jasminrevolution der Jugend in Tunesien, an der Bousselmi selbst teilnahm. 2012 war die Autorin Stipendiatin der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin und entwickelte für Globalize Cologne, eine internationale Plattform für Theater und Tanz, die Performance-Sequenz »Odette«. 2013 folgten die Stücke »Sünde Erfolg« in Köln sowie »Truth Box« (Ü: Wahrheitskiste), ein öffentlicher Beichtstuhl, der, in Berlin an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum installiert, Besucherinnen und Besucher dazu herausforderte, fremden Sünden Absolution zu erteilen. In Luxemburg hatte 2014 Bousselmis Stück »Was der Diktator nicht gesagt hat« Uraufführung, ein Monodrama, in dem drei Jahre nach der Flucht des tunesischen Staatsoberhaupts Zine el-Abidine Ben Ali ein namenloser Exdiktator das Schweigen, das nach seiner revolutionären Absetzung um ihn herrscht, durch imaginierte Gespräche zu füllen sucht. Wie bereits in früheren Werken geht es der Autorin hier wieder darum aufzuzeigen, wie Menschen zu Opfern politischer Manipulationen gemacht und im schlimmsten Fall zu Helfershelfern einer Diktatur korrumpiert werden.

Bousselmi forscht im Rahmen einer Doktorarbeit auch zur Inszenierung von Gerechtigkeit bzw. zum Verhältnis von Justiz und Theater und setzt dieses Thema auch künstlerisch um, wie in dem Text »Fair or Unfair, that’s the question« (Ü: Fair oder unfair, das ist die Frage), der im 2017 auf die Bühne gebracht werden soll. Sie ist 2016/2017 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

 

 

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Foto: Bettina Straub

Sigrid Brinkmann

Rundfunkmoderatorin und Feature-Autorin aus Deutschland

Sigrid Brinkmann hat Romanistik und Germanistik in Montpellier, Paris und Berlin studiert. Im Fokus ihrer Arbeit als Rezensentin und Feature-Autorin für den Hörfunk der ARD stehen die frankophone Literatur und das Kulturgeschehen im Nahen Osten. 2013 erhielt sie ein Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung für Recherchen in Marokko. Sie moderiert das Kulturmagazin „Fazit“ beim Deutschlandradio Kultur, öffentliche Autorengespräche und Veranstaltungen wie die Deutschen Literaturtage.

 

 

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Foto: Textures

Dr.  Narges Hashempour

Schauspielerin und promovierte Theaterwissenschafterin aus Iran

Geboren 1967 in Teheran, Iran. Lebt seit 2005 in Deutschland.



Promotion in Theaterwissenschaft (Freie Universität Berlin, 2013) Titel: Being Traditional and Modern: Iranian Theatre Culture and Gender Performance.

Mitglied des Iran Theatre House 1999-2005, seit 2012 Mitglied des Interdisziplinären Zentrums Geschlechterforschung FU Berlin.

1990 Abschluss des Studiums an der Alame tabataba'e Universität in Teheran.

Bis 1992 Studium der arabischen Literatur, Schauspiel und Regie an der privaten Theaterschule Qanune teather banovan. Bis 1994 Studium des Schauspiels und der Regie an der Azad Universität in Teheran.

Arbeitet als Schauspielerin, Regisseurin,  Autorin, Kuratorin und Dramaturgin an verschiedenen Theatern, in Film und Hörspiel an verschiedenen Theatern, ist Mitglied einer zeitgenössischen Theatergruppe und des Iran Theater House (Künstlervereinigung). Sie war seit 1998 an verschiedenen internationalen Theaterprojekten und -festivals in Iran, Deutschland, Schweden, Russland und Belgien beteiligt, u. a.: „haunting forbidden” (Schauspiel, 1998), Minsk Belarus Festival (1999), „nameless Maria” (Regie, 2000), „The house of Bernarda Alba” (Schauspiel, 2001), Theater an der Ruhr Festival (2001) „Medea” (Regie, 2002), Malmö Festival (2002), „Unwritten whispers” (Regie, 2003) und Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2004).

Sie hat Auszeichnungen als beste Darstellerin für „haunting forbidden” beim 17th International Theater Festival Fajr (1999) und den Gordana-Kosanovic-Preis zum Theater an der Ruhr Festival (2001) für hervorragende schauspielerische Leistungen erhalten.

 

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